Intakte Natur

Es sind diese sinnlichen Momente des Staunens über die Schönheit der Natur, der Seen, der Tier- und Pflanzenwelt, die Mattsee zu so einem lieblichen Ort und idyllischem Naherholungsgebiet machen.

Die positiven Auswirkungen des Naturschutzes

An den Egelseen in Mattsee gibt es sogenannte Verlandungszonen. Das sind Zonen, welche sich in der Nähe von Gewässern befinden und mit organischem Material aufgeschüttet werden. Das Besondere an den Verlandungszonen im Naturschutzgebiet der Egelseen ist, dass dort nicht gedüngt wird. Seltene Pflanzen können so wieder zurückkehren. Die Samen dieser seltenen Pflanzen befinden sich im Boden und warten auf den passenden Moment, um aus der Erde zu schießen. Wenn die Lebensbedingungen stimmen, gedeihen sie ohne weiteres Zutun des Menschen. Dieses Phänomen kann auch nach 100 Jahren noch auftreten.

Ein weiteres Naturschauspiel im Naturschutzgebiet Egelseen ist der Tiefsteinbach. Von seinem Ursprung bei den Egelseen fließt er durch die Tiefsteinklamm, einem besonderen Naturdenkmal in Schleedorf, und anschließend weiter in den Wallersee. Im Jahr 1922 wurde der Fluss begradigt und die Flussmäander sind seitdem verschwunden. Trotzdem kann man noch immer sehen, wo diese Mäander früher waren. Grund dafür ist die Vegetation, die heute noch immer an den gleichen Stellen wächst wie damals. Pflanzenarten, die stellvertretend für dieses Phänomen stehen, sind das Zittergras und der Moorenzian. Der Moorenzian ist tiefblau und äußerst selten. Im ganzen Bundesland Salzburg gibt es nur mehr 3 Vorkommen dieser Pflanze.

Trollblume & Co

Seltene Pflanzenarten sind die Trollblume, das breitblättrige Knabenkraut, die Waldhyazinthe und sogar fleischfressende Pflanzen wie das rund- und breitblättriger Sonnentau sowie das Fettkraut. Letzteres ist weniger an den Egelseen zu entdecken, dafür aber vermehrt im Ortsteil Ochsenharing. Es gibt auch ortsansässige Heilpflanzen wie Johanniskraut, Minze und Dost sowie zahlreiche Pilzarten wie beispielsweise den Fliegenpilz.

Die weiße und gelbe Seerose

Die gelbe Teichrose ist geschützt und ihr Bestand ist gut entwickelt. Die weiße Seerose ist ebenfalls geschützt, kommt aber seltener vor, als die gelbe Teichrose. Umso erfreulicher ist es, dass ihr Bestand in der letzten Zeit stetig wächst. Die weiße Seerose ist eine Zeigerpflanze. Das bedeutet, dass Sie nur unter bestimmten Bedingungen, hinsichtlich des Wassers und des Bodens, wächst und somit anzeigt welche Wasser- und Bodenqualität herrscht. Wo beispielsweise Heidelbeeren wachsen, ist der Boden sauer, weil das ideale Voraussetzungen für die Heidelbeerpflanzen sind. Ebenso ist auch die Heidelbeerpflanze eine Zeigerpflanze. Weitere in Mattsee vorfindbare Beerenarten sind die Brombeere, Himbeere, Moosbeere (ähnlich wie die Preiselbeere), etc.

Bäume

Die ortsansässigen Baumarten sind Birke, Erle, Buche, Ahorn, Esche, Ulme (eher selten), Eiche, Eibe (auch selten und geschützt), Fichte, Lerche, Tanne, Weimutskiefer und Douglasie. Die letztere Baumart kommt ursprünglich aus Amerika und ersetzt heimische Hölzer, wie die Fichte, die unter den Folgen des Klimawandels leidet.

Brachvogel

Der große Brachvogel ist ein sehr faszinierender Vogel und kann bei genauem Hinschauen und ein bisschen Geduld von jedem gesehen werden. Die größte Chance auf eine Sichtung des großen Brachvogels haben Sie an den Egelseen, am Grabensee und am nördlichen Ende des Obertrumer Sees. Dies sind nämlich seine Haupteinzugsgebiete hier im Seenland, wo die Population aktuell bei
2-4 Exemplaren liegt. Der Brachvogel trägt ein braun-weißliches Gefieder und besitzt einen Säbelschnabel. Diesen benutzt er zum Stechen. Das bedeutet, dass der große Brachvogel, um an Nahrung zu kommen, mit seinem Schnabel in der Erde bohrt und mit kleinen Widerhacken an seiner Zunge die Nahrung herauszieht. Verlandungszonen sind favorisierte Lebensareale des großen Brachvogels, da sie dort optimale Bedingungen für die Futtersuche vorfinden. Die Bauern, welche kleine Flächen in der Nähe der Verlandungszonen bewirtschaften, sind beauftragt in regelmäßigen Abständen bestimmte Flächen zu mähen, damit die Brachvögel nach frischem Futter suchen können. Ameisen, Käfer und Würmer sind die Hauptnahrungsquellen und werden besonders von den Jungvögeln geliebt. Bei den Egelseen gibt es ein ca. 3 Hektar großes Erholungsgebiet für diese seltene geschützte Vogelart. Dort gelten besondere Vorschriften wie erwähnt zum Beispiel, dass bis fünfzig Meter zum See nicht gedüngt werden darf.

Junger Brachvogel

Nun noch eine kleine Geschichte aus den Beobachtungen von Franz Wagner: Einst hat ein Brachvogel bei einer großen Birke an den Egelseen gebrütet. Die Brutzeit beträgt 29 Tage von Anfang Mai bis Ende Mai. Zur Brutzeit ist der große Brachvogel sehr gefährdet von Räubern wie dem Fuchs, Dachs und auch Krähen. Im speziellen Jungkrähen bedrohten den Brachvogel beim Brüten damals. Nach einem Monat zittern, gab es schlussendlich ein Happy End.
Drei junge Brachvögel sind in Mattsee geschlüpft. Die ersten Tage danach sind aber noch kritisch für die Jungvögel, da die Gefahr sehr hoch ist, dass sie an einem möglichen Hochwasser ertrinken. In diesem Fall ist aber alles gut gegangen und die Vögel haben die ersten Tage überstanden.

Schwalben

Schwalben sind sehr häufig anzutreffen in der vielfältigen Naturlandschaft rund um den Mattsee, wobei man differenzieren muss zwischen Mehl- und Rauchschwalben. Einer der größten Unterschiede ist der Nistplatz: Die Mehlschwalben bauen ihre Nester außen an die Wände der Häuser und die Rauchschwalben bauen Ihre Nester im Inneren der Häuser.
Beide ernähren sich vorwiegend von Insekten.
Durch die Zubetonierung und Asphaltierung stoßen die Schwalben auf große Probleme beim Nestbau. Es gibt weniger Stellen, wo die Vögel ihre Nester bauen können. Zusätzlich wird das Naturmaterial, was die Vögel zum Nestbau brauchen, immer weniger.

Schmetterlinge

Schmetterlinge kann man wie die Schwalben im obigen Text in zwei Arten unterscheiden: Tag- und Nachtfalter. Tagfalter, welche in Mattsee vorkommen sind Kohlweißling, kleiner Fuchs, Tagpfauenauge, Aurorafalter, Bläuling, Distelfalter und der Admiral. Ein Beispiel für einen Nachtfalter, der in Mattsee lebt, ist der Totenkopfschwärmer, der gleichzeitig auch der größte Nachtfalter Europas mit einem Durchmesser von 10-12 Zentimeter ist. Alle Schmetterlingsarten sind geschützt. Generell gibt es kaum noch Schmetterlinge, da das Blumenvorkommen weniger wird und so die Nahrungsquelle für die Schmetterlinge schwindet.

Eine Initiative gegen diesen Trend wird in Mattsee gerade durchgeführt, wo ein besonderes Blumenwiesenprojekt im Ort umgesetzt wird.

Raupen

Es gibt polyphage und monophage Raupen. Polyphage Raupen ernähren sich von vielen verschiedenen Pflanzenarten, während monophage Raupen sich nur von einer bestimmten Pflanzenart ernähren. Das letztere kann zu Problemen führen, nämlich wenn der Bestand dieser gewissen Pflanze zurückgeht, bekommt die Raupe nicht mehr genug zum Essen.

Libellen

In Mattsee beheimatete Libellenarten sind beispielsweise der Plattbauch und die Prachtlibelle in ihrer saphirblauen Pracht.

Weitere Tierarten im Naturschutzgebiet

Seit etlichen Jahren schon wird der Rotmilan als Zugvogel in Mattsee wieder beobachtet. Daneben kommen auch Turmfalken, Mäusebussarde und Sperber in der Region vor.
Sichtungen größerer Tiere angefangen beim Dachs, dem Marder (Edelmarder und Steinmarder), dem Fuchs, dem Reh, der sehr gefährdeten und seltenen Weihe, bis hin zum Habicht können in Mattsee gemacht werden.


Totenkopfschwärmer

Wer bei diesem Bild vorerst an eine Chilischote denkt, hat weit gefehlt – auf dem Foto sieht man die äußerst seltene Verpuppung eines Totenkopfschwärmers – einer der größten Nachtfalter Europas.

Aufgenommen wurde die einzigartige Metamorphose dieses seltenen Falters, dessen Elterngeneration über die Alpen aus den Tropen Afrikas hier direkt nach Mattsee eingeflogen ist, von Franz Wagner.

Die bis zu 12 cm große und wunderschön gezeichnete Raupe bekommen nur sehr wenige Menschen jemals zu sehen – sie versteckt sich tagsüber geschickt im Gebüsch auf der Blattunterseite und frisst hauptsächlich nachts.

Die Verpuppung selbst, findet dann bis zu 20 cm tief unter der Erde statt und es dauert ungefähr 3 Wochen bis der Totenkopfschwärmer schlüpft, wobei die totenkopfähnliche Zeichnung auf seinem Rücken namensgebend ist. Diese dient auch tatsächlich der Abschreckung seiner Feinde.

Im Gegensatz zu vielen anderen Schwärmern verfügt der Totenkopfschwärmer über einen eher kurzen und kräftigen Rüssel – dieser dient ihm dazu, Honigzellen von Bienen aufzustechen und in Folge zu entleeren. Damit er hierbei nicht sofort getötet wird, tarnt er sich mit bienenähnlichen Lauten – dies hemmt die Angriffslust der Bienen und sie greifen den Falter meist nicht an.

Dennoch bleibt unser seltener Mattseer-Totenkopfschwärmer voraussichtlich nicht lange am Leben, im Normalfall bis zum ersten Frost – die tropischen Tiere sind nicht an unsere Witterung gewöhnt und die Exemplare, welche sich in unseren Gegenden entwickeln, sind meist auch unfruchtbar.

Dennoch ist er ein spezielles Beispiel der besonders intakten Natur um Mattsee - mit Anziehungskraft, weit über unseren Kontinent hinaus. :)

Landschaftsimpressionen und Tierbeschau

  • Wanderkarte Naturpark Buchberg
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  • Pressebericht "Sommertourismus 2020"
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